Deutschland macht dicht sollte ursprünglich ein Comic werden, aber dann hat Dath so viele Wörter in die Sprechblasen gequetscht, daß die Ballons geplatzt sind und sich die Sätze, die rauspurzelten, zu einem Roman zusammenrotten mußten, um nicht zu verhungern.


Dieses bizarre, dumme und sogar ein bißchen drollige Gerücht geht von einem Riesenhaufen falscher Vorstellungen aus, von denen die virulentesten sind: daß Comiczeichnungen einerseits und Illustrationen andererseits grundsätzlich austauschbar wären, daß man vor dem Zeichnen und Schreiben nicht wissen müßte, was man eigentlich will, das heißt: keine Gattungsentscheidungen zu treffen bräuchte, ja sogar, daß populäre Kunstformen wie Kinderbuch, Comic, Krimi, Fantasy, Horror, Porno, Science-fiction insgesamt grundsätzlich nicht verdient hätten, daß man ihre Stärken und Schwächen immanent vergleichen und unterscheiden kann, weder beim Herstellen noch beim Kritisieren. Wer solches Zeug vertritt, glaubt und will andere glauben machen, daß Bücher nicht geplant werden (sollen), sondern eher irgendwie passieren (hoppla, mir ist ein Buch unterlaufen, na ja, nicht so schlimm). Mit Leuten, die das vertreten, sollte man sich weder einlassen noch gar anlegen. Die beißen nämlich, spucken, zucken, setzen sich bei Veranstaltungen in die erste Reihe, rollen mit den Augen und versenden alles, was sie den lieben langen Tag meinen und wähnen, sofort im Internet, wo es sich dann sehr, sehr langsam zersetzt.